Narrenzunft Frohsinn 1853 e. V.

Schmutzige Dunschtig

Pünktlich um 6 Uhr ertönen Fanfaren in den Eschinger Straßen, begleitet von den lautstarken Trommeln des Fanfarenzugs. Endlich ist es soweit: die Hochtage der Fasnet beginnen. Nachdem die Bevölkerung geweckt ist, gibt es kein Halten mehr. Einige Hansel, Ignaz und Severin und der Bolizei sind zu diesem Zeitpunkt schon längst wach und stärken sich für ein straffes und zugleich freudiges Zeitprogramm – die Schülerbefreiung. Sie ziehen zu Schulen und Kindergärten, um dort die vielen vielen Kinder aus den Schulen zu befreien, die schon sehnsüchtig auf sie warten. Mit einem kräftigen und beherzten Glockenschlag des Bolizeis, strömen die Kinder zu fröhlich närrischem Treiben in die Stadt.

Vom Hanselbrunnen ausgehend, ziehen Hansel und Gretle, die Narrenräte, Ignaz und Severin sowie der Bolizei zum Rathaus. Während sich die Hansel und Gretle am Rathaus aufstellen, stürmen Ignaz und Severin unter tatkräftiger Unterstützung des Bollizeis die “Heiligen Hallen der Obrigkeit”. Die Hände des Oberbürgermeitsers werden von den Dreien in ein Schandbrett gespannt und seine Wehrlosigkeit den versammelten Narren demonstriert. Die Rechtskraft der Entmachtung verkündet der Bolizei mit der Glocke und dem Rathausschlüssel in den Händen. Da an diesen Tagen keiner verschont bleibt, muss auch der Kommandant der Deutsch-Französischen Brigarde seine Macht sowie den Schlüssel der Kasernen abgeben.

In der Zwischenzeit haben sich die Kinder aus Kindergärten und Schulen in der Mühlenstraße eingefunden, um in einem bunten Umzug, welcher von den vielen Hansel und Gretle und einigen Musikkapellen begleitet wird, an den Hanselbrunnen zu ziehen. Dort verkündet pünktlich um 14 Uhr der Narrenvater den Beginn der Straßenfasent. Der Uumzug endet schließlich an der Villa Dolly. Dort erhalten alle Gruppen des Kinderumzugs Süßigkeiten und andere Leckereien. Von dort aus ziehen die Hansel und Gretle durch die Donaueschinger Geschäfte und üben den Brauch des Heischens und Rügens aus. Dies verläuft im Fasnetbrauch etwa so: Die Hansel und Gretle sagen Reime auf, die seit Jahrhunderten innerhalb der Zunft weitergegeben werden, das sogenannte Liedlesingen. Zum Dank versorgt der Geschäftsinhaber die Hansel und Gretle mit Leckereien und Getränken. Da dies zumeist auf Freude und Zufriedenheit stößt, bedarf es der Rüge nicht und Hansel und Gretle ziehen weiter.

Am Abend des schmutzigen Dunschtig herrscht reges Treiben in den Lokalen der Eschinger Narrenstadt. Die umherziehenden Kapellen sorgen für Stimmung und so bleibt bis in die frühen Morgenstunden kein Tanzbein still.